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Koreanische Namen: Transliteration nach Revidierter Romanisierung

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Revidierte Romanisierung für koreanische Namen

Bei der Übertragung koreanischer Dokumente unterscheidet sich die Behördenpraxis von vielen anderen Sprachen: Nicht starre ISO-Standards, sondern die Revidierte Romanisierung (2000) ist der Maßstab. Lingidoo zeigt, worauf es bei der Übersetzung aus dem Hangul für Standesamt und Ämter ankommt.

Unser digitaler Konverter für das koreanische Alphabet (Hangul)

Egal, ob Sie als ermächtigter Übersetzer arbeiten oder einfach prüfen möchten, wie Ihr koreanischer Vorname im deutschen System erfasst wird: Die manuelle Zerlegung der koreanischen Silbenblöcke (Jamo) ist zeitaufwendig.

Um Ihnen diese Arbeit abzunehmen, stellen wir unser intelligentes Tool zur Verfügung. Mit unserem kostenlosen Transliteration Tool können Sie koreanische Eigennamen direkt nach den Regeln der Revidierten Romanisierung umwandeln lassen. Das lateinische Resultat können Sie anschließend bequem markieren und in Ihre Übersetzung übernehmen.

Warum nutzt man in Deutschland nicht die ISO-Norm 11941?

Geht es um eine beglaubigte Übersetzung, stolpert man theoretisch über die ISO-Norm 11941. In der Praxis der deutschen Standesämter wird diese jedoch fast vollständig ignoriert.

Der Grund: Die ISO 11941 ist stark wissenschaftlich geprägt und fordert bei der Umschrift zahlreiche Sonderzeichen (Diakritika wie Häkchen über den Vokalen, z.B. ŏ oder ŭ).

Im Jahr 2000 führte die südkoreanische Regierung jedoch offiziell die Revidierte Romanisierung (Revised Romanization of Korean, kurz RR) ein. Ihr Ziel war es, die Umschrift zu vereinheitlichen und komplett ohne Sonderzeichen auszukommen. Da südkoreanische Behörden diese Methode für alle Schilder, Karten und Pässe nutzen, müssen sich deutsche Ämter und Berufsverbände (wie der BDÜ) diesem Standard anpassen, um Identitätskonflikte zu vermeiden. Ein Name auf Koreanisch wie 정은 wird nach RR schlicht als Jeongeun transkribiert.

Die eiserne Regel: Der Reisepass sticht jedes System

Trotz der offiziellen Vorgaben der südkoreanischen Regierung gibt es in der Übersetzungs-Realität eine Ausnahme, die alles überlagert: die Pass-Priorität. Südkoreanische Staatsbürger durften bei der Beantragung ihres Passes die englische Schreibweise ihres Familiennamens oft frei wählen (häufig basierend auf historischen, amerikanischen Lautschriften). Weicht der Reisepass von der Revidierten Romanisierung ab, muss der Übersetzer zwingend die Schreibweise aus dem Ausweisdokument übernehmen.

Koreanisch – Bindestrich oder zusammen?

Koreanische Vornamen bestehen fast immer aus zwei Silben (z. B. 민준). Nach den offiziellen Vorgaben der Revidierten Romanisierung werden diese Silben zwingend als ein zusammenhängendes Wort geschrieben – ohne Leerzeichen und ohne Bindestrich. Aus 민준 wird folglich Minjun.

In den westlichen Medien oder auf Wikipedia wird jedoch oft ein Bindestrich gesetzt (z. B. Son Heung-min), damit westliche Leser die Silbengrenzen erkennen. Für eine amtlich beglaubigte Urkundenübersetzung ist diese journalistische Hilfestellung jedoch unzulässig. Hier gilt: Der Vorname wird zusammenhängend geschrieben.

Übersicht: Typische koreanische Namen

Die folgenden Tabellen demonstrieren, wie gängige Namen nach der strikten Revidierten Romanisierung (2000) aussehen und wo sie sich von der tatsächlichen Schreibweise im internationalen Reisepass unterscheiden.

Häufige Familiennamen (Die größten Abweichungen)

Bei koreanischen Nachnamen klafft die Lücke zwischen der theoretisch korrekten Norm und der Realität im Ausweisdokument am weitesten auseinander.

Hangul (Original)Revidierte Romanisierung (2000)Oft gelesene Form (Reisepass)
GimKim
ILee
BakPark
ChoeChoi
JeongChung / Jung
GangKang
JoCho

Typische Vornamen (Männlich & Weiblich)

Vornamen werden in der modernen Praxis deutlich häufiger streng nach der Revidierten Romanisierung übertragen als die historischen Familiennamen.

Hangul (Original)Geschlecht (Tendenz)Revidierte Romanisierung (2000)
민준 (Min-jun)MännlichMinjun
서준 (Seo-jun)MännlichSeojun
지훈 (Ji-hun)MännlichJihun
서연 (Seo-yeon)WeiblichSeoyeon
하은 (Ha-eun)WeiblichHaeun
지우 (Ji-u)Unisex / WeiblichJiu

Das System: Konsonanten und Vokale (Hangul)

Das koreanische Alphabet besteht aus Basisbuchstaben (Jamo), die zu quadratischen Silbenblöcken zusammengefasst werden. Eine Besonderheit der Revidierten Romanisierung ist, dass sich die Schreibweise von Konsonanten ändert, je nachdem, ob sie am Anfang einer Silbe (Anlaut) oder am Ende (Auslaut) stehen.

Konsonanten (Auswahl der wichtigsten Regeln)

Hangul (Jamo)Als Anlaut (Silbenanfang)Als Auslaut (Silbenende)
gk
nn
dt
rl
mm
bp
st
stummng
jt

Vokale (Einfache Vokale)

Hangul (Jamo)Revidierte RomanisierungHangul (Jamo)Revidierte Romanisierung
ao
eou
ieu
eae

Bei koreanischen Dokumenten unterscheidet sich die Behördenpraxis: Statt starrer ISO-Normen gilt die Revidierte Romanisierung als offizieller Standard. Sie verzichtet auf Sonderzeichen und schreibt zweisilbige Vornamen zusammen. Eine wichtige Ausnahme bleibt jedoch die Pass-Priorität. Mit dem kostenlosen Konverter von Lingidoo übertragen Sie koreanische Namen für das Standesamt rechtssicher und mühelos.

FAQs zur Schreibweise koreanischer Namen

Warum steht in meinem Pass „Kim“, aber die Übersetzungsnorm sagt „Gim“?

Das ist das häufigste Phänomen bei koreanischen Übersetzungen. Der Name 김 wird nach der aktuellen südkoreanischen Norm (Revidierte Romanisierung) technisch als „Gim“ transkribiert. Da „Kim“ jedoch historisch durch amerikanische Einflüsse geprägt wurde, wählten die meisten Koreaner diese Schreibweise für ihren Reisepass. Bei Behördengängen in Deutschland orientiert sich der Übersetzer immer an Ihrem Pass.

Darf der Übersetzer einen Bindestrich in meinen koreanischen Vornamen setzen?

Nein, in einer beglaubigten bzw. juristischen Übersetzung dürfen keine redaktionellen Bindestriche gesetzt werden. Die staatliche Norm schreibt vor, dass die zwei Silben des Vornamens (z. B. Min und Jun) zu einem einzigen, durchgehenden Wort (Minjun) verschmelzen.

Benötigt das Standesamt für koreanische Urkunden eine ISO-Norm?

Obwohl es die ISO 11941 gibt, fordern deutsche Ämter bei koreanischen Dokumenten in der Regel die „Revidierte Romanisierung von 2000“, da diese der offizielle Standard Südkoreas ist und keine fehleranfälligen Sonderzeichen erfordert.

Gilt diese Regel auch für Papiere aus Nordkorea?

Nein. Nordkorea nutzt den Standard der Revidierten Romanisierung nicht. Dort wird weiterhin eine Variante des älteren McCune-Reischauer-Systems verwendet (oft mit Apostrophen und Bindestrichen). Urkunden aus Nordkorea müssen dementsprechend nach den dort geltenden Ausweisdokumenten und Systemen übertragen werden.

Wo kann ich die kompletten Regeln der Revidierten Romanisierung einsehen?

Wenn Sie sich für die genauen phonetischen Wandlungen (etwa bei aufeinanderfolgenden Konsonanten) oder das historische McCune-Reischauer-System interessieren, bietet die Wikipedia-Dokumentation zur Revidierten Romanisierung eine exzellente, tiefgehende Übersicht.

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